Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten werden von Studierenden des Öfteren durcheinandergebracht. Dabei ist die falsche Nutzung sinnverändernd und kann zu ungewollten Aussagen führen. Mit Berücksichtigung der folgenden Aspekte wird die Verwendung der Zeitformen in der wissenschaftlichen Arbeit ganz simple!
Hauptsächlich wird das Präsens verwendet, nur in seltenen Fällen greift man auf das Perfekt oder Präteritum zurück. Beim Schreiben ist darauf zu achten, welcher Teil der wissenschaftlichen Arbeit aktuell verfasst wird, denn bei der Einleitung, dem Theorieteil, der Literaturübersicht, den Methoden und beim Fazit werden unterschiedliche Zeitformen verwendet.
Bei der Einleitung wird das Präsens für die Ausgangssituation der Arbeit verwendet. Der Forschungsstand und das Ziel der Arbeit werden ebenfalls im Präsens formuliert. Anders sieht es bei der Beschreibung historischer Hintergründe aus. Dabei wird das Perfekt verwendet.
Im theoretischen Teil der wissenschaftlichen Arbeit wechseln ebenfalls die Zeitformen Präsens, Perfekt und Präteritum. Das Präsens wird bei Verweisen auf publiziertes Wissen und bei Definitionen verwendet. Beschreibt die wissenschaftliche Arbeit Erfindungen oder Schöpfungen, wird das Perfekt oder Präteritum verwendet.
Die Literaturübersicht stellt gegenwärtiges Wissen oder Informationen mit allgemeiner Gültigkeit dar, was im Präsens verfasst wird. Möchte man hervorheben, was eine bestimmte Person tat oder herausfand, wird das Präteritum verwendet.
Im Methodenteil wird das Präsens für die Beschreibung des Untersuchungsgebietes verwendet, wohingegen die Beschreibung der tatsächlichen Durchführung der Arbeitsschritte im Perfekt oder Präteritum verfasst wird.
Die Ergebnisse werden im Perfekt oder Präteritum formuliert, weswegen im Fazit die genannten Zeitformen verwendet werden. Die Interpretation der gewonnenen Erkenntnisse wird allerdings im Präsens verfasst.
Einen Sonderfall gibt es jedoch: das historische Präsens. Dabei werden vergangene Ereignisse in der Gegenwartsform wiedergegeben, damit sich die Lesenden besser in das Geschehene hineinversetzen können. Diese Form wird für wissenschaftliche Arbeiten aber nicht empfohlen und nur selten von den Prüfenden explizit gefordert.
