Ratgeber, Tipps und Tricks – Prokrastination

Das Substantiv „Prokrastination“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet das Verschieben, Aufschieben oder andauernde Unterbrechen von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten oder Entscheidungen. Das Verb „prokrastinieren“ stammt von dem lateinischen Wort „procrastinatio“ ab, was so viel wie Aufschub oder Vertagung bedeutet. Insbesondere das extreme Aufschieben gilt sogar als pathologische Störung. Dies ist der Fall, wenn das Fertigstellen gar nicht oder nur unter enormem Druck zustande kommt.

Schauen wir uns zunächst einige Gründe für Prokrastination an. Unstrukturiertes Multitasking unangenehmer Aufgaben, ohne Pausen und Belohnungen, in einer undefinierten Zeit, gestresst und lustlos durchzuführen, wären wohl die gängigsten Aspekte zusammengefasst. Angst vor Fehlern oder die Bewertung anderer lässt ebenfalls verschiedene Dinge nach dem Motto „Wer eine Aufgabe nicht angeht, kann auch nichts falsch machen.“ aufschieben. Das Ausweichen auf andere Aufgaben, die diese Angst nicht auslösen, scheint die bessere Alternative. Verschiedene Ersatzhandlungen werden stattdessen bevorzugt ausgeführt. Dies bringt schneller positive Ergebnisse als die eigentlich zu erledigende Aufgabe. Attraktivere oder leichtere Aufgaben schieben das Problem aber nur auf, denn früher oder später musst du sowieso ran. Also wieso nicht gleich mit dem Schlimmsten anfangen!?

Tipps und Tricks:

#1 Hinterfragen – Warum eine Aufgabe aufgeschoben wird, ist eine wichtige Frage an sich selbst. Kennt man den Grund, kann man gezielt dagegen angehen.

#2 To-Do-Liste – Welche Aufgaben anstehen, kann am Vorabend bereits notiert werden. Dies bringt zum einen die Gedanken aus dem Kopf auf das Papier, zum anderen kann es am Folgetag direkt losgehen.

#3 Monotasking – Wie flexibel bist du? In diesem Fall am besten gar nicht. Konzentriere dich auf eine einzige Aufgabe und arbeite diese ab, bevor du dich anderen Aufgaben widmest.

#4 Prioritäten setzen – Welche Aufgaben zu erledigen sind, kann der Wichtigkeit nach kategorisiert werden. Alternativ kann mit der unangenehmsten Aufgabe begonnen werden. So kann es nur noch angenehmer werden!

#5 Realistisch bleiben – Wer sich überfordert, ist schnell demotiviert und gestresst. Die Motivation verwandelt sich in Lustlosigkeit. Teilschritte und kleine Pausen nach jedem erreichten Teilschritt bringen dir die Motivation zurück.

#6 Deadline festlegen – Wie viel Zeit für eine Aufgabe benötigt wird, ist individuell. Ein konkretes Zeitfenster ist aber wichtig, weil du so konzentrierter an den Aufgaben arbeiten kannst.

#7 Fokussiert bleiben – Was ablenkt, wird beseitigt! Schaffe dir ein angenehmes Arbeitsumfeld, in dem du nicht von anderen gestört werden kannst. Zudem ist es auch wichtig, dass du dich selbst disziplinierst und das Handy weglegst oder den Flugmodus einstellst.

#8 Belohnung – Wenn eine Teilaufgabe oder Aufgabe erledigt ist, freue dich darüber und belohne dich. Bei Teilaufgaben reicht eine Pause, in der man etwas komplett Anderes, aber Schönes macht. Für die Erledigung größerer Aufgaben solltest du dir etwas richtig Tolles überlegen.

#9 Transparenz – Wie viele Aufgaben bereits erledigt wurden, siehst du auf der von dir angefertigten To-Do-Liste. Die erledigten Aufgaben einfach durchstreichen und genießen, dass es immer weniger werden.

ABER merke dir: Keine ruhigen Tage einzuplanen, ist auch Aufschieben! Gönne dir also einige erholsame Tage ohne schlechtes Gewissen. Dies bedeutet nämlich nicht, dass du faul bist, dass du nicht genug machst, dass du für immer alles vor dir herschieben musst, dass du deine Ziele niemals erreichen wirst. Das bedeutet lediglich, dass du dir eine Belohnung gönnst, dass du dir Zeit für dich nimmst, dass du neue Energie tankst, dass du anschließend produktiver bist!

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